Bericht zum Ausflug nach Essen
Wie immer starteten wir um 8 Uhr in Hoffnungsthal, Bushaltestelle Rathaus. Nachdem in den verschiedenen Ortsteilen insgesamt 32 Personen zugestiegen waren, erwartete uns um 10:30 Uhr der Stadtführer Stephan Haas am Essener Hauptbahnhof. Gebucht war eine 2-stündige Führung auf Ruhrdeutsch im eigenen Bus.
Zunächst erfuhren wir, dass die Anfänge Essens auf ein Damenstift, 845 gegründet von Alfrid, dem späteren Bischof, von Hildesheim zurückgehen. Von dort regierten die Essener Fürstäbtissinnen das Land für fast 1000 Jahre.
1244 erhielt Essen offiziell Stadtrechte und im Zeitalter der industriellen Revolution (19. Jh.): wandelte sich Essen durch reiche Kohlevorkommen und die Ansiedlung der Gussstahlfabrik Krupp von der beschaulichen Stiftsstadt zum größten industriellen Zentrum des Ruhrgebiets.
Die Zeche Zollverein (heute UNESCO-Welterbe) ist das größte Symbol dieser Ära.
Das Gebäude im Bild ist der markante Doppelbock-Förderturm von Schacht 12 auf der Zeche Zollverein in Essen.
Die Anlage galt einst als die größte Steinkohlenzeche der Welt und wird heute als beeindruckendes Industriedenkmal bewahrt.
Die Kokerei Zollverein wurde von 1957 bis 1961 nach Plänen des Architekten Fritz Schupp gebaut, nach Erweiterungsarbeiten war sie ab 1973 die größte Zentralkokerei Europas. Täglich waren bis zu 1.000 Koker rund um die Uhr im Einsatz, bis zu 8.600 Tonnen Koks wurden pro Tag produziert. Verwendet wurde der Koks für die Stahlproduktion der Gussstahlfabrik Krupp. Die Krupp-Gussstahlfabrik in Essen bildete die Keimzelle der zu einem Schwerindustrie-Unternehmen aufgestiegenen Fried. Krupp Aktiengesellschaft, die heute in ThyssenKrupp aufgegangen ist. Gegründet 1811 durch Friedrich Krupp nahm die Gussstahlfabrik 1912 bis zu fünf Quadratkilometer Fläche ein.
Um dem rasanten Zuwachs an Arbeitskräften Wohnraum zu bieten und die Firmentreue zu stärken baute Alfred Krupp Wohnhäuser für seine Arbeitnehmer.
Die Arbeiterkolonien von Krupp waren wegweisende, großflächige Siedlungsprojekte, die ab den 1860er Jahren in und um Essen gebaut wurden. Den Familien standen für die damaligen Verhältnisse großzügige 65 qm zur Verfügung sowie ein Garten mit Stall und oft der Kuh des Bergmanns, der Ziege.
Nach Friedrich Alfred Krupps frühem und unerwartetem Tod wird das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, bei der die Aktien weitestgehend im Besitz der älteren Tochter und Erbin Bertha Krupp bleiben. Die Unternehmensleitung liegt jetzt bei Vorstand und Aufsichtsrat. Da Bertha Krupp noch minderjährig ist, nimmt ihre Mutter, Margarethe Krupp, deren Rechte als Inhaberin bis zur Großjährigkeit bzw. zur Hochzeit wahr und steht damit de facto an der Spitze des Unternehmens. Besonders engagiert sie sich darüber hinaus in Planung und Bau der Siedlung Margarethenhöhe, der sie sich Zeit ihres Lebens besonders verpflichtet fühlt. Die Gartenstadt Margarethenhöhe wird heute noch von einer Stiftung verwaltet wird und ist mit einem qm Preis von 7 bis 10€ für mittlere und geringere Einkommensgruppen gedacht.
Zu erwähnen ist außerdem die herrschaftliche Villa Hügel mit 399 Zimmern und einer Wohnfläche von 8100qm von Alfred Krupp mit Blick auf den Baldeneysee erbaut.
Nach der informativen und kurzweiligen Stadtrundfahrt ging es zum Mittagessen im Bootshaus im ETUF. Das Restaurant bietet von seiner Seeterrasse und dem verglasten Innenbereich aus einen fantastischen Blick direkt auf den See. Im Sommer lässt sich die große Fensterfront im Gastraum komplett zum Wasser hin öffnen, was unsere Teilnehmer*innen bei einem gutem Essen genießen konnten.
Es folgte eine Rundfahrt mit der Weißen Flotte auf den Baldeneysee bei einem kühlen Lüftchen an dem heißen Sommertag.
Die Heimfahrt verlief ruhig und wir ziehen in Betracht, die Kulturhauptstadt (2010) Essen im nächsten Jahr wieder zu besuchen diesmal mit der Villa Hügel.